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Inhalt der Ausgabe 02/2016

Inhalt

Inhaltsverzeichnis/Impressum

Aufsätze

Fliegerangriff versus Tag in Jena 1945. Zur Entstehungs-, Überlieferungs- und Editionsgeschichte der letzten Erzählung von Ricarda Huch

Die unter dem Titel Fliegerangriff im Frühjahr 1946 entstandene Erzählung ist die literarische Verarbeitung des am 19. März 1945 erfolgten schweren Bombenangriffs auf die Universitätsstadt Jena, den die damals dort ansässige 80-jährige Schriftstellerin mit ihrer Tochter im Keller eines benachbarten Wohnhauses erlebte. Die Veröffentlichung des Manuskripts, das sie im Frühjahr 1946 dem Südverlag in Konstanz eingereicht hatte, kam aber vor ihrem Ableben nicht mehr zustande. Erst im Februar 1948 erschien es unter dem vom Herausgeber veränderten Titel Tag in Jena 1945 in der dort verlegten Zeitschrift Die Erzählung.

“strenge Sorgfalt” – Philologische Standards in wissenschaftlichen Editionen

This article deals with the question as to whether it is possible to test and ensure the quality of scholarly publications (particularly within the sphere of German literary studies) by the application of standards. At the same time it gives an account of the various positions and controversies brought about by the creation and development of such standards – a discussion which vastly expanded in conjunction with the emergence of scholarly editions in the 19th century. With regard to the further development of editorial techniques in this age of digital media, those controversies lead to the following conclusion: an archival and document-orientated emphasis, complemented by textual criticism as a means of establishing texts, has proved itself a trustworthy strategy, one which still has a future, irrespective of the media, or the methodological manner, in which it is employed.

Ez gerten ir sinne / anderre minne – Zum Verhältnis von Begehren und Gewalt im mittelhochdeutschen Artusroman

Die Begriffe ‘Liebe und Gewalt’ oder ‘Minne und Âventiure’ sind in der mediävistischen Forschung zu einer gängigen und scheinbar symbiotischen Doppelformel verschmolzen. Zahlreiche Untersuchungen – gerade zum arthurischen Narrativ – widmen sich zu Recht dieser spezifischen Verknüpfung. Oftmals ist darin die Minne als bestürmende, drängende Macht definiert, die mit einer Dialektik von Gewalt sowohl auf der Handlungs- als auch der Sprachebene reagiert. Der vorliegende Beitrag geht jedoch von der Annahme aus, dass die Verbindung in den meisten Fällen vielmehr ein Gefühl des ‘Begehrens’ statt eines der Liebe artikuliert. Auffallend ist in diesem Zusammenhang die innerhalb der Forschung häufig synonyme Verwendung der beiden Termini.

La Coltivazione di Luigi Alamanni: un ingegnoso innesto

Ziel des folgenden Beitrags ist es, das Lehrgedicht Coltivazione (1546) des florentinischen Dichters Luigi Alamanni (1494-1556) zu untersuchen. Obwohl dieses Epos für Jahrhunderte als das berühmteste Werk Alamannis galt, stand es in den letzten Jahren nicht im Zentrum der Forschung. Im ersten Teil dieses Beitrags wird der eklektische Charakter des Epos beleuchtet bzw. durch verschiedene Textauszüge der Coltivazione gezeigt, wie Alamanni die klassischen literarischen Vorbilder und die vulgärsprachigen Modelle zusammenbringt. Der zweite Teil des Beitrags widmet sich der Untersuchung zweier wichtiger Themen der Coltivazione: dem Lob des labor und der Kritik am moralischen Verfall Italiens in der damaligen Zeit. Zudem stellt sich die Frage, aus welchen Gründen und auf welche Art und Weise der Autor der betrachteten agronomischen Thematik auch eine deutliche metaliterarische sowie ethisch-politische Signifikanz verleiht.

Le Spleen de Paris. Zugeeignete Gedichte als Fährte für den Leser

“‘Für Soundso’ enthält immer ein gewisses ‘Durch Soundso’” (Gérard Genette, Paratexte) Wie Untersuchungen zum Paratext oder Beiwerk des literarischen Werkes gezeigt haben, gestatten Zueignungen dem Leser ein besseres Verständnis von Büchern, und diese Erkenntnisse gelten auch für Einzeltexte. Einer Muse, einem Komponisten und zwei Malern sind im Spleen de Paris Prosagedichte gewidmet. Diese Vierergruppe wurde bisher zu wenig in den Zusammenhang mit der Frage nach der Kohärenz der Textsammlung gestellt. Die vier Prosagedichte können durchaus als die Stützpfeiler des Gebäudes des Spleen de Paris angesehen werden.

Literarische Änderungsschneiderei zwischen California Myth und Putins Dresden. Zu Marcel Beyers Gedicht California Girls.

Diese Studie geht den popkulturellen Resonanzen von Marcel Beyers poetologischem Gedicht ‘California Girls’ nach. Sie verortet es in einem transatlantischen Austausch über die Mythologie Kaliforniens als ‘Golden State’ von Bertolt Brecht (‘Hollywoodelegien’) und Jean-Luc Godard (‘Le Mépris’) zu den Beach Boys (‘California Girls’) und den Beatles (‘Back in the U.S.S.R.’).

Drei Neuerscheinungen zur Irlandistik

On the occasion of the 100th anniversary of the Easter Rising, this review-essay discusses three recent publications in the field of Irish Studies in Germany: (1) a collection of conference papers on the 1916 rebellion in Dublin, a historical event which triggered off the independence movement in Ireland and eventually led to the present-day Republic of Ireland, (2) a monograph on Brian Friel, undoubtedly the most important Irish dramatist of the second half of the twentieth century, and (3) a series of articles on important mediators between Irish and German culture.

Von Molière zu Mozart (Don Juan und Don Giovanni)

In seinem zu seiner Zeit viel beachteten Buch Das Prinzip Hoffnung kommt der Verfasser, Ernst Bloch, einmal auf Don Giovanni zu sprechen. Er behandelt darin insbesondere den Dom Juan und behauptet, in der Geschichte der Don-Juan-Legende habe Molière – wie er sich ausdrückt – «nicht viel Wirkung gemacht». Das stimmt nicht. Aber es entspricht der Ansicht der Forschung: von Anna Amalia Aberts Buch über Mozarts Opern von 1970 über Stefan Kunzes Standardwerk von 1996 bis zu Hanjo Kestings flottem Essay von 2005 findet sich der Name Molière nicht.

Besprechungen / Allgemeines

Friendship and Sociability in Premodern Europe: Contexts, Concepts, and Expressions. Ed. Amyrose McCue Gill and Sarah Rolfe Prodan

The cover of the book, edited by two women, shows three men (from Mantua) in an enlarged self-portrait by the Dutch painter Peter Paul Rubens. The main thesis of the book, which collects ten essays of a conference organized in October 2011 by Research Fellow Sarah Rolfe Prodan at the Centre for Reformation and Renaissance Studies at Victoria University in the University of Toronto, is that friendship should be seen as a ternary, rather than binary, relation in the sense that it always seems to unite two (or more) parties in relation to some ‘third’ element only – be it a shared hobby, some binding predilection, or a common belief or interest.

William Shakespeare: Ein Sommernachtstraum. Neu erzählt von Barbara Kindermann mit Bildern von Almud Kunert (Weltliteratur für Kinder). Berlin: Kindermann. 6. Auflage 2013.

The principle behind their Tales from Shakespeare. Designed for the Use of Young Persons (1807) was thus modestly formulated by Charles and Mary Lamb in the preface to the first and most lasting adaptation of Shakespeare’s plays into a narrative form which modified the archaic English and reduced the complexity of the storyline to a level they believed comprehensible for children. Many renowned writers have, since then, tried to find ways to introduce children to the plays as cultural capital to accumulate for their further education. The 1960s saw a new wave of interest in recasting Shakespeare’s plays in the contemporary idiom in shortened theatrical and animated versions of the plays, in the form of novels, picturebooks, graphic novels, manga, comics, cartoons and films.

Geisteswissenschaft heute. Die Sicht der Fächer. Ed. Dieter Lamping Stuttgart: Alfred Kröner, 2015.

Die öffentliche Diskussion über die Lage der Geisteswissenschaften wird traditionell stark von hochschulpolitischen Vertretern und führenden Wissenschaftsorganisationen bestimmt. Der Band Geisteswissenschaft heute zielt darauf ab, Vertretern der geisteswissenschaftlichen Disziplinen selbst die Möglichkeit zu geben, ihre Sicht auf die Veränderungen der Universitäten innerhalb der letzten 10 Jahre darzulegen und die gegenwärtige Situation der Geisteswissenschaften aus ihrer fachspezifischen Perspektive zu reflektieren, zu konkretisieren und zu differenzieren.

Die Zukunft der Philologien. Ed. Dieter Burdorf (Beiträge zur neueren Literaturgeschichte [Dritte Folge], 332). Heidelberg: Universitätsverlag, 2014.

Sammelbände wie dieser, der die Vorträge einer Ringvorlesung an der Universität Leipzig enthält, sind in der Regel anregend und immer auch etwas enttäuschend. Das eine wie das andere ist in der in ihnen praktizierten Interdisziplinarität begründet, die meist eine Addition verschiedener Disziplinaritäten ist. Was an ihnen anregend wirkt, ist es meist aus fachwissenschaftlicher Sicht, nicht zuletzt weil es eben Fachwissenschaftler sind, die sich, kompetent und engagiert, über ihre Disziplinen äußern. Die über solche fachlichen Belange hinausgehende interdisziplinäre, gar systematische Erörterung von Problemen kommt dabei allerdings oft fast notwendig zu kurz.

Eva-Marie König: Der Werkbegriff in Europa. Eine rechtsvergleichende Untersuchung des britischen, französischen und deutschen Urheberrechts (Geistiges Eigentum und Wettbewerbsrecht, 103). Tübingen: Mohr Siebeck, 2015.

Eva-Marie König hat unter dem Titel “Der Werkbegriff in Europa” ihre Dissertation an der Humboldt-Universität zu Berlin im Wintersemester 2013/2014 vorgelegt. Sie befasst sich mit dem europäischen Werkbegriff, da der Werkbegriff von zentraler Bedeutung für den Urheberrechtsschutz ist. Bislang gibt es in der europäischen Gemeinschaft keinen einheitlichen Werkbegriff, wenn man von der Begriffsdefinition in der Computer rechts-Richtlinie, der Datenbank-Richtlinie und der Schutzdauer-Richtlinie für Lichtbilder absieht. Lediglich die Rechtsprechung des EuGH verzeichnet in letzter Zeit Bestrebungen zur Vereinheitlichung des Werkbegriffs.

The Broadview Reader in Book History. Ed. Michelle Levy and Tom Mole. Peter borough: Broadview Press, 2015.

Herausgeber sind die Anglisten Michelle Levy, Professorin an der Simon Fraser University in Vancouver, und Tom Mole, der zugleich Direktor des 1995 errichteten Centre for the History of the Book an der Universität Edinburgh ist. Die Textsammlung bietet speziell dem Studierenden in 5 Kapiteln und seinen jeweils 6 bzw. 7 Unterabschnitten eine Orientierung und ein Grundgerüst der Buchgeschichte in 33 Auszügen aus älteren und modernen Werken zur Buchgeschichte und Buchwissenschaft, zur Text- und Editionswissenschaft, zum E-Book und zur Entmaterialisierung des Buches.

Reclams Sachlexikon des Buches. Von der Handschrift zum E-Book. Ed. Ursula Rautenberg. 3., vollständig überarb. und aktual. Auflage. Stuttgart: Philipp Reclam jun., 2015.

Der auch als E-Book verfügbare Titel erschien erstmals 2003. Aufgrund des großen Erfolgs kam es noch im selben Jahr zu einer 2., verbesserten Auflage, die Korrekturen vornahm, das Literaturverzeichnis bereinigte und das Buch um wenige Artikel ergänzte. Schon ein Rezensent der 1. Auflage sprach von einem Buch, “das in jede Handbibliothek gehört” und lobte trotz kleiner Monita “ein handliches, preiswertes und zudem schön gestaltetes Nachschlagewerk […] zu dem großen Sachbereich Buch”. Die neue Auflage ist von den Einträgen bis hin zum Literaturverzeichnis grundlegend überarbeitet und aktualisiert worden.

Graham Jefcoate: Deutsche Drucker und Buchhändler in London 1680-1811. Strukturen und Bedeutung des deutschen Anteils am Englischen Buchhandel (Archiv für die Geschichte des Buchwesens – Studien, 12). Berlin: Walter de Gruyter, 2015.

Es gibt Studien, die in ihrem Entstehungsprozess eine lange Phase der Latenz durchlaufen und unmittelbar nach ihrem Erscheinen ihre Wirkungskraft entfalten: indem sie vernachlässigte Forschungsgegenstände zutage fördern, indem sie Material neu zusammen stellen, oder indem sie Fragen aufwerfen, die den neu formulierten Gegenständen eine Zukunft geben. Graham Jefcoates voluminöse Monographie ist ein solches opus magnum, insofern sie jedem der genannten Aspekte gerecht wird. Entstanden ist sie in einer intensiven, fast 30 Jahre andauernden bibliographischen Beschäftigung mit Schriftgut aus dem 18. Jahrhundert, das in England von deutschen Druckern hergestellt und vertrieben wurde.

Merkur und Minerva: Der Hallesche Verlag Gebauer im Europa der Aufklärung, ed. Christine Haug und Daniel Fulda (Buchwissenschaftliche Beiträge, 89). Wiesbaden: Harrassowitz, 2014.

Im Jahr 1772 veröffentlichte der Verlag Gebauer in Halle eine Gedächtnisschrift für seinen Gründer Johann Justinus Gebauer (1710-1772), Die vornehmsten Lebensumstände und der persönliche Charakter des seligen Herrn Johann Justinus Gebauers, Buchdruckerherrns und Buchhändlers. Als Titelvignette benutzte man eine allegorische Szene, worin Minerva (Wissenschaft) auf einem Stapel Bücher sitzt und auf Merkur (Handel) herunterschaut. Im Hintergrund packen Engelchen Bücher in Kisten, wobei die mehrbändige Allgemeine Welthistorie, eine der wichtigsten Publikationen des Verlags, zu erkennen ist.

Stephen Orgel: The Reader in the Book: A Study of Spaces and Traces (Oxford Textual Perspectives). Oxford: Oxford University Press, 2015.

Some years ago when I was working with my colleague Gordon McMullan to compile a collection of essays in honour of Richard Proudfoot, I remember being slightly disconcerted by a phone call from Henry Woudhuysen who told me that what he really wanted to write about was the significance of blank pages in printed plays from the early modern period; he was particularly interested in pages left deliberately (and expensively) blank at the beginnings and endings of plays. Stephen Orgel is also fascinated by blank spaces in books, but his focus is on the ways in which readers use these blank spaces, including margins, filling them up with writing of their own which may or may not bear any relation to the actual content of the book.

Krieg der Geister. Weimar als Symbolort deutscher Kultur vor und nach 1914. Ed. Wolfgang Holler, Gudrun Püschel und Gerda Wendermann unter Mitarbeit von Manuel Schwarz. Dresden: Sandstein, 2014.

Zu den zahlreichen Publikationen, die zum 100jährigen Jubiläum des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs erschienen, gehört auch der vorliegende Band, der allerdings einen eigenen Akzent setzt. Er ist der Katalog zur Ausstellung “Krieg der Geister. Weimar als Symbolort deutscher Kultur vor und nach 1945”, die 2014 in Weimar stattfand. Vorderhand stellt er vor allem einen verdienstvollen Beitrag zur kritischen Stadtgeschichte dar, reicht aber in der Bedeutung des Materials tatsächlich über sie hinaus. Sein Ziel ist es, “den fatalen Prozeß der maßlosen Ideologisierung der deutschen Kultur im Zeichen der Klassik seit der Jahrhundertwende” nachzuzeichnen.

Karl S. Guthke: Geistiger Handelsverkehr. Streifzüge im Zeitalter der Weltliteratur. Mit Erinnerungen von Karl S. Guthke an die “Goldenen Jahre” der akademischen Migration (Edition Patmos, 19). Tübingen: Francke, 2015.

Als 1830 eine deutsche Übersetzung von Thomas Carlyles The Life of Friedrich Schiller erschien, bedachte sie Goethe mit einem Vorwort, darin auf den “Vortheil und Genuß”, der sich aus ‘weltliterarischem’ “Waarenhandel” ergeben kann, hinweisend. Die jüngst erst erwachsene “allgemeine Weltliteratur” sei das im Verlaufe und Nachgang der “fürchterlichsten Kriege[]” erwachte Interesse am Fremden. Überall werde “das Gefühl nachbarlicher Verhältnisse” rege und der Wunsch nach Teilhabe an dem “mehr oder weniger freyen geistigen Handelsverkehr” merklich werden.

Karl S. Guthke: Lebenszeit ohne Ende: Kulturgeschichte eines Gedankenexperiments in der Literatur. Würzburg: Königshausen & Neumann, 2015.

Noch im 18. Jahrhundert gehörte die Unsterblichkeit neben Gott und Freiheit zu den drei essentiellen Bestandteilen der “Bestimmung des Menschen”, wobei schon damals eine eigentümliche Ambivalenz zu beobachten war. Richtete sich einerseits das Interesse auf die Unsterblichkeit der Seele in ihrer Immaterialität, versuchten andererseits Materialisten, die Seele als materiell und unsterblich zu begreifen. Im späten 20. Jahrhundert versuchte dann ein Philosoph wie Robert Spaemann, die Unsterblichkeit der Seele als eine Denknotwendigkeit hinzustellen, ohne dass er damit indes auf nennenswerte Resonanz stieß.

Tobias Becker: Inszenierte Moderne. Populäres Theater in Berlin und London, 1880-1930 (Veröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts London, 74). München: Oldenbourg, 2014.

Wenn man die Spielpläne deutschsprachiger Theater mit denen aus dem angelsächsischen Bereich vergleicht, dann fallen gravierende Unterschiede auf. Ausländer in Berlin wundern sich über das oft grenzüberschreitende bzw. für sie unverständliche Bühnenspiel im Deutschen Theater, im HAU, in der Schaubühne und in der Volksbühne. Besucher Londons vermissen in der kreativen Kunst-, Design- und Modemetropole London extreme Formen des Regietheaters. Postdramatische oder nicht mehr dramatische Theatertexte wie etwa die von Elfriede Jelinek, René Pollesch oder Oliver Kluck sind selten bis gar nicht auf britischen Bühnen zu finden.

Riccardo Castellana: Storie di figli cambiati. Fate, demoni e sostituzioni magiche tra folklore e letteratura. Ospedaletto (Pisa): Pacini 2014 (Strumenti di Filologia e Critica, 18).

Come si legge nella premessa dedicata alla presentazione del contenuto del volume, l’obiettivo della ricerca consiste nel condurre un percorso testuale e interdisciplinare volto a indagare le modalità con cui il motivo folklorico del changeling – termine usato nell’accezione di figlio cambiato ovvero di «bambino segretamente sostituito in culla a un altro» – viene ripreso dalla tradizione culturale alta e ricodificato in ambito letterario da autori di primo piano della letteratura europea, tra cui Spenser e Shakespeare, i fratelli Grimm, E.T.A. Hoffmann, Yeats e Pirandello.

Enzyklopädie des Märchens. Handwörterbuch zur historischen und vergleichenden Erzählforschung. Begründet von Kurt Ranke. Mit Unterstützung der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen hg. von Rolf Wilhelm Brednich [u.a.]. Band 14: Vergeltung – Zypern. Nachträge: Ābī – Zombie. Berlin / New York: de Gruyter 2014.

Knapp 60 Jahre, nachdem Kurt Ranke mit den Vorarbeiten begonnen hatte, knapp 40 Jahre, nachdem der erste Faszikel erschien, kam dieses monumentale Werk mit dem letzten Faszikel von Band 14 (November 2014) – beinahe – zum Abschluß; ein zwei - teiliger Registerband (1141 S. !) ist im letzten Quartal 2015 erschienen, pünktlich zum von den Herausgebern und der Redaktion veranstalteten Abschlußkolloquium (“Homo narrans. Der Mensch und seine Welt in Erzählungen”, Göttingen 25./26.11.2015) mit zehn der EM eng verbundenen Referenten aus Europa, den USA, Afrika und Neuseeland.

Besprechungen / Germanisch und Deutsch

Konrad Fleck. Flore und Blanscheflur. Text und Untersuchungen von Christine Putzo . Berlin u. a.: de Gruyter 2015. (MTU 143).

Konrad Flecks Roman ‘Flore und Blanscheflur’ gehört zu den weniger beachteten Texten des frühen 13. Jahrhunderts. Dafür war bislang sicher auch der mangelhafte Editionsstand verantwortlich: “[W]enn er nur den Flore besser gemacht hätte!”, klagt schon Karl Lachmann gegenüber Moriz Haupt über seinen Schüler Emil Sommer, drei Jahre bevor dessen editio princeps des Textes im Druck erscheint. Sein harsches Urteil ist nicht unbegründet, wenn auch Sommer mit einer schwierigen Ausgangslage zu arbeiten hatte: Die beiden einzigen (damals wie heute) erhaltenen Vollhandschriften des Textes, H und B, stammen aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, beide aus der Werkstatt Diebold Laubers in Straßburg, und gehen wohl auf eine gemeinsame Vorlage in ebendieser Werkstatt zurück.

Johannes Meyer: Das Amptbuch. Hrsg. von Sarah Glenn DeMaris. Rom: Angelicum University Press 2015. (Monumenta ordinis fratrum praedicatorum historica 31).

Johannes Meyer (1422–1485) stellte sein volkssprachliches literarisches Schaffen in den Dienst der observanten Dominikanerinnen, mit deren Seelsorge er zeitlebens betraut war. Eigens für die Frauen des Ordens verfasste er 1454 das ‘Amptbuch’, eine Adaption des ‘Liber de instructione officialium’ des Ordensgenerals Humbert von Romans, 1455 das ‘Buch der Ersetzung’ und 1468 das ‘Buch der Reformacio Predigerordens’, eine deutsche Geschichte der Observanz im Dominikanerorden. Während bislang allein das ‘Buch der Reformacio Predigerordens’ in einer kritischen Edition vorlag, steht nunmehr mit der Edition Sarah Glenn DeMaris’ auch das ‘Amptbuch’ der Forschung zur Verfügung.

Achim Aurnhammer und Manfred Pfister (Hrsg.): Heroen und Heroisierungen in der Renaissance. Wiesbaden: Harassowitz in Kommission 2013. (Wolfenbütteler Abhandlungen zur Renaissanceforschung 28).

Heldenfiguren sind zentrale Konstituenten der meisten, wenn nicht aller Kulturen. Im europäischen Raum beginnt etwa die literarische Tradition als eine der wichtigsten Ausdrucks- und Reflexionsformen von Kultur mit Heldenerzählungen, die für die Gemein wesen, aus denen sie hervorgehen, eine eminent kohäsionsstiftende Funktion besessen haben. Indem sie in der Rezeption zu Gründungstexten einer Kulturtradition werden, erstreckt sich diese kohäsionsstiftende Funktion auch auf spätere Zeiten und gegebenenfalls auf andere Gemeinwesen. Da Heldenfiguren eine so wichtige, hier in ihrer Spezifität nur anzudeutende Rolle für die Selbstkonstitution und das Weiterleben von Kultur spielen, liegt es nahe, das Konzept des Helden in theoretischer wie historischer Hinsicht als vorzüglichen Gegenstand kulturwissenschaftlicher Erforschung zu begreifen.

Christoph Pflaumbaum: Melancholisches Schreiben nach Auschwitz. Studien zu Wolfgang Hildesheimer, Jean Améry und W.G. Sebald. Würzburg: Königshausen & Neumann 2014. (Konnex. Studien im Schnittbereich von Literatur, Kultur und Natur 7).

Christoph Pflaumbaum geht in seinem Buch der Frage nach, in welchem konzeptuellen Zusammenhang Auschwitz und Melancholie stehen. Ausgangspunkt bildet die Annahme, dass Auschwitz den literarischen Topos Melancholie grundlegend verändert hat, indem die ausgewählten Autoren neue literarische Darstellungsverfahren entwickeln sowie verstärkt einen spezifischen Typus von “melancholischen Figuren” zeichnen. Auf der Grundlage einer theoretischen Auseinandersetzung mit dem Begriff der Melancholie und der Geschichte des Melancholiekonzepts sowie dem Gedanken der Unsagbarkeit im Kontext von Auschwitz widmet sich die Studie ausgewählten Texten von Wolfgang Hildesheimer, Jean Améry und W.G. Sebald.

Besprechungen / Englisch und Amerikanisch

Joseph Conrad: The Selected Letters of Joseph Conrad. Ed. Laurence Davies. Cambridge: Cambridge University Press, 2015.

Nachdem die Mammutaufgabe der Herausgabe der Collected Letters von Joseph Conrad in neun Bänden abgeschlossen wurde, erhalten wir nunmehr eine Auswahl aus diesen zuvor oft schwer zugänglichen Briefen, die die Herausgeber Owen Knowles, Gene M. Moore, J.H. Stape und Laurence Davies aus aller Welt zusammenstellen konnten. Jede Auswahl bedeutet das Verwerfen vieler Briefe, die unter Umständen und für einzelne Forscher/-innen von Interesse sein könnten. Die Auswahl ist auf Kompromisse angewiesen und die Vorstellung eines idealen Lesers, dessen Interessen und Vorlieben nur konstruiert sein können.

C.S. Lewis and His Circle. Essays and Memoirs from the Oxford C.S. Lewis Society. Ed. Roger White, Judith Wolfe, Brendan N . Wolfe. Oxford: Oxford University Press, 2015.

C.S. Lewis war einer jener bis heute unzeitgemäßen Autoren, die tiefstes religiöses Bekenntnis mit konservativen weltanschaulichen Positionen und aufregendster Fantasy und Science Fiction verbanden. Die Erinnerung an ihn wird durch die Verfilmung seiner Narnia-Bücher wachgehalten, die Angriffe auf dieselben durch kritische Geister wie Philip Pullman, aber auch durch die kurze Ehe mit der todkranken amerikanischen Autorin Joy Davidman, was zu einem bewegenden Thema für Theater und Film (Shadowlands, 1993) wurde und nicht zuletzt auch von Lewis 1961 in A Grief Observed verarbeitet wurde.

Nora Pleßke: The Intelligible Metropolis. Urban Mentality in Contemporary London Novels. Bielefeld: transcript, 2014.

Nora Pleßke’s prizewinning (Helene-Richter-Preis 2014) dissertation, written while she was a student at Passau, undertakes the laudable task of responding to the “spatial turn” by replacing the traditional illegibility of the city with an approach concentrating on its semiotic intelligibility. However, the theory-heavy jargon and sheer size of the publication raise concerns over the spatiality and intelligibility of the very book under consideration.

David Game: D. H. Lawrence’s Australia. Anxiety at the Edge of Empire. Farnham: Ashgate, 2015.

D. H. Lawrence lived in Australia between 4 May and 11 August 1922, staying briefly in Darlington, a suburb of Perth, before travelling on to Sydney and settling in Thirroul, a coastal town approximately seventy kilometres south of the city. During his time at Thirroul he wrote an Australian novel, Kangaroo (1923), and he later collaborated with his host in Darlington (a nurse named Mollie Skinner) to write a second, entitled The Boy in the Bush (1924). The two previous book-length studies of his stay in Australia – Robert Darroch’s D. H. Lawrence in Australia (South Melbourne, 1981) and Joseph Davis’ D. H. Lawrence at Thirroul (Sydney, 1989) – mainly focused on biographical matters. Darroch, in particular, used Lawrence’s fictional writing primarily in order to speculate on what he did there and whom he saw.

The Palgrave Handbook of Comparative North American Literature. Ed. Reingard M. Nischik. New York: Palgrave Macmillan, 2014.

In general, the field of comparative literature encompasses not only different countries but also different languages. However in the age of McLuhan’s global village – the lingua franca of which is English – it might be beneficial to pay more attention to what has, in the German-speaking countries, been called “inneranglistische Kompara - tistik”: the comparison of Anglophone literatures from different parts of the world. Perhaps this is one of the reasons that this publication has been edited in Germany at the University of Konstanz, where Reingard M. Nischik has established an impressively productive group of first-rate scholars in the fields of American and Canadian literary and cultural studies.

Von Canyons und Wüsten, von Büffeln und Armadillos. Amerikanische Natur- und Umwelterlebnisse aus fünf Jahrhunderten – ein Lesebuch. Ed. und übersetzt von Lothar Hönnighausen. Tübingen: Stauffenburg, 2014.

Mit dem Lesebuch zu US-amerikanischen Natur- und Umwelterlebnissen legt Lothar Hönnighausen ein umfangreiches und ambitioniertes Werk vor, welches es sich zum Ziel gemacht hat, den “riesige[n] Natur-Raum, der sich von Alaska bis Florida und von Cape Cod bis San Francisco erstreckt” mit all seinen Besonderheiten “wieder stärker ins Bewusst sein” zu rufen. Einer Zweiteilung in literarische und historische Naturbeschreibungen und Texte zum Umweltschutz folgend, zeichnet die Textsammlung die Strömungen und Deutungsversuche nach, die dieser Themenkomplex in der amerikanischen Geistes- und Kulturgeschichte in über vier Jahrhunderten hervorgerufen hat. Die zentralen Begriffe “Natur” und “Umwelt” werden dabei als “kulturhistorische Konstrukte” verstanden, “mit deren Hilfe sich eine Fülle von interessantem Material zusammen bringen und ordnen lässt”.

Besprechungen / Romanisch

Henry James: Die Gesandten. Roman. Neu übersetzt von Michael Walter. Ed. Daniel Göske. München: Carl Hanser, 2015. Pp. 704. Geb.

Von Henry James’ 1901 fertiggestelltem, drittletzten Roman The Ambassadors, den er später für seinen künstlerisch gelungensten hielt, erschien erst 1956 eine deutsche Übersetzung; sie wurde 1973 von einer weiteren, im Ost-Berliner Aufbau-Verlag erschienenen, gefolgt. Der lange Zeitraum sagt bereits vieles über die besonderen Schwierigkeiten des Textes aus, von dem der Autor einer frühen Leserin empfahl, nicht mehr als fünf Seiten an einem Tag zu lesen, wenn sie die feinen Bedeutungsschattierungen begreifen wollte.

Michael Bernsen: Geschichten und Geschichte. Alessandro Manzonis «I promessi sposi». Berlin: Lit Verlag 2015 (Literatur, Forschung und Wissenschaft, 32).

Mit seiner Untersuchung zu Alessandro Manzonis Roman I promessi sposi setzt sich der Bonner Komparatist Michael Bernsen das Ziel, Studierenden und Dozenten einen neuen Zugang zu diesem Klassiker der italienischen Literatur zu verschaffen. Er sieht die Originalität des Werks in der “konsequenten Reflexion der erzählerischen Strukturen”, wobei der Autor die Absicht verfolge, die Aufmerksamkeit des Lesers auf die narrativen Verfahren selbst zu lenken. Bernsen geht von der Annahme aus, die Leiterzählung sei mit einer Fülle von Geschichten durchsetzt, die vom Erzähler laufend problematisiert und umgestaltet würden. In einigen Episoden des Romans greife dieser auf tradierte Erzählformen des Mittelalters (Mirakel, Heiligenlegende, fabliau, Exemplum) zurück, deren Funktion sich im Roman jedoch grundsätzlich wandle, andernorts würden aber auch Erzählmuster aus der frühen Neuzeit (Novelle, Bandellos histoire tragique, Pikareske, Porträt) und aus dem 18. Jahrhundert (Klosterroman, gothic novel) übernommen und verarbeitet.

Verena Dolle (ed.): La representación de la Conquista en el teatro latinoamericano de los siglos XX y XXI. Hildesheim / Zürich / New York: Olms 2014 (TPT, 24).

El volumen que presento a continuación recoge las contribuciones de un coloquio celebrado en la Universidad Justus Liebig de Giessen en 2012 y complementa los resultados de un encuentro previo que fueron publicados en la misma colección y editorial en 2009: La representación de la Conquista en el teatro español desde la Ilustración hasta finales del franquismo, editadas por Wilfried Floeck y Sabine Fritz. Así pues, con esta nueva publicación, auspiciada y coordinada por la profesora Verena Dolle, el análisis recae en el tratamiento dramático del mismo tema, pero desde la perspectiva de los países latinoamericanos y de los siglos XX y XXI.

Susanne Friede: Der italienische Roman der Jahrhundertwende. Die Fortsetzungsromane der Nuova Antologia (1899–1908) im ‘Text der Kulturzeitschrift’. Wiesbaden: Harrassowitz 2015 (culturae, 16).

Schon der kleine Fußnotenhinweis gleich zu Beginn, dass die Lektüre der mehr als 48.000 Seiten dieser zehn Jahrgänge der Nuova Antologia di scienze, lettere ed arti “für die Jahre 1899 bis 1901 vollständig, für die übrigen Jahre kursorisch erfolgte”, lässt einiges von den Mühen der Ebene erahnen, aus denen schließlich diese Druckfassung einer Göttinger Habilitationsschrift hervorgewachsen ist. Erst nach der Lektüre des ganzen Bandes kann man ermessen, warum diese Masse kulturgeschichtlich relevanter Texte hier überhaupt erstmals systematisch gesichtet wird, während neuere programmatische Literaturzeitschriften wie etwa La Voce oder auch die Feuilletonromane in Tageszeitungen schon früher in den Fokus der Forschung geraten sind.

Marita Liebermann / Barbara Kuhn: Einführung in die italienische Literaturwissenschaft. Berlin: Erich Schmidt 2014 (Grundlagen der Romanistik, Bd. 26).

Wer sich nach dem Sinn und Zweck einer weiteren Einführung in die Literaturwissenschaft fragt, wird bereits im Vorwort des Werks auf die Fülle solcher Einführungen hingewiesen. Die Autorinnen sind sich dieser Problematik bewusst und stellen sich ihr umgehend, indem sie auf ihren Blick auf die Italianistik und auf zahlreiche Unterschiede verweisen, die zu bestehenden Einführungen im Hinblick auf die “Gewichtung”, die “Herangehensweise” und die “Zielsetzung” existieren. Die Einführung hat fünf Kapitel: Das erste befasst sich einleitend mit dem Thema “Literatur und Literaturwissenschaft”, in den Kapiteln zwei bis fünf werden die Schwerpunkte auf “Literatur und Geschichte”, “Literatur und Gattungen”, “Literatur und Rhetorik” und auf die “Grundlagen der Textanalyse und -interpretation” gesetzt.

Antonio Liruti: Sonetti sopra le tragedie di Vittorio Alfieri. Edizione critica. Saggio introduttivo, testi con apparati e note di commento a cura di Michael Lettieri e Rocco Mario Morano. Prefazione di Giorgio Bárberi Squarotti. Soveria Mannelli: Rubbettino 2014.

Die Italianisten Michael Lettieri und Rocco Mario Morano schreiben sich mit ihrer Edition von Antonio Lirutis Sonetti sopra le tragedie di Vittorio Alfieri aus einer ungewöhnlichen Perspektive in das Interesse an dem piemontesischen Autor Vittorio Alfieri ein, das sich v.a. dem Engagement des Centro di Studi Alferiani in Asti und seiner Leiterin Carla Forno verdankt. Sind in den letzten Jahren nach Abschluss der 41-bändigen Werkedition (1951-2004) einige Neueditionen und Übersetzungen entstanden, u.a. die der Vita durch Gisela Schlüter , so haben sich die beiden der Edition von Sonetten von Antonio Liruti (1773-1812) verschrieben, die Alfieri gewidmet sind.

Christian Rivoletti: Ariosto e l’ironia della finzione. La ricezione letteraria e figurativa dell’Orlando furioso in Francia, Germania e Italia. Venezia: Marsilio 2014 (Text und Kontext, 35).

Die im Orlando Furioso herrschende Ironie, “simile all’occhio di Dio che guarda il muoversi della creazione”, zählt als wesentlicher Bestandteil von Benedetto Croces einprägsamem Ariost-Porträt zu den geläufigsten Topoi der italianistischen Renaissanceforschung. Worin genau diese Ironie besteht und wie sie sich auf verschiedenen Ebenen der Textgestaltung manifestiert, ist allerdings bisher ganz vage geblieben. In dieser hervorragenden Studie gelingt es Rivoletti, solch ein prägendes, doch zugleich facettenreiches und dementsprechend schwer zu erfassendes Schlüsselphänomen von Ariosts Dichtung genauer zu konturieren, indem er dessen kontroverse Rezeptionsgeschichte in der europäischen Literaturszene vor der Etablierung der Interpretationsvulgata durch De Sanctis und Croce akribisch zurückverfolgt.

Raffaele Ruggiero: Machiavelli e la crisi dell’analogia. Bologna: Il Mulino 2015 (Studi e ricerche, 695).

Raffaele Ruggiero, der schon durch mehrere Arbeiten über Machiavelli, u.a. eine kommentierte Ausgabe des Principe (2008), hervorgetreten ist, legt nun eine Untersuchung (in drei Hauptkapiteln) zu wichtigen historischen Ereignissen vor, auf die Machiavelli in seinen Schriften, insbesondere im Principe, Bezug nimmt und durch die er in Dialog tritt vor allem mit antiken Autoren. Dabei gelingt es, in der politischen Entwicklung eine Vielzahl analoger Verhaltensmuster aufzudecken, aber auch auf entscheidende Neuerungen zu Beginn der Moderne hinzuweisen.

Christina Schaefer: Konstruktivismus und Roman. Erkenntnistheoretische Aspekte in Alain Robbe-Grillets Theorie und Praxis des Erzählens. Stuttgart: Steiner 2013 (Zeitschrift für französische Sprache und Literatur / Beiheft, 39).
Christof Weiand (Hg.): Les graphies du regard. Die Graphien des Blicks – Michel Butor und die Künste. Heidelberg: Winter 2013 (Studia romanica, 174).
Doris Wendt: Nathalie Sarraute. München: edition text+kritik 2014.

Wiewohl die Mehrzahl der Nouveaux Romanciers ebenso wie ihre Romane selbst zeitweise schon fast in Vergessenheit geraten zu sein schienen, machen doch die drei in kurzer Folge erschienenen Publikationen deutlich, daß nicht allein Claude Simon, der als Literaturnobelpreisträger möglicherweise breitere und längere Aufmerksamkeit erfuhr und erfährt, sondern auch weitere Autoren der längst totgesagten Strömung nach wie vor im Fokus der Forschung stehen. In einem je unterschiedlichen Modus bilden Robbe-Grillet, Michel Butor und Nathalie Sarraute das Zentrum einer Publikation, wobei allein die divergierende Ausrichtung der drei Bände zumindest dreierlei zeigt: Zum einen sind die Nouveaux Romanciers für unterschiedliche Adressatenkreise nach wie vor präsent, wenngleich in anderer Weise als zur Hochzeit des Nouveau Roman, in den 50er bis 70er, teilweise auch noch 80er Jahren des 20. Jahrhunderts.

Christina Schaefer: Konstruktivismus und Roman. Erkenntnistheoretische Aspekte in Alain Robbe-Grillets Theorie und Praxis des Erzählens. Stuttgart: Steiner 2013 (Zeitschrift für französische Sprache und Literatur / Beiheft, 39).
Christof Weiand (Hg.): Les graphies du regard. Die Graphien des Blicks – Michel Butor und die Künste. Heidelberg: Winter 2013 (Studia romanica, 174).
Doris Wendt: Nathalie Sarraute. München: edition text+kritik 2014.

Wiewohl die Mehrzahl der Nouveaux Romanciers ebenso wie ihre Romane selbst zeitweise schon fast in Vergessenheit geraten zu sein schienen, machen doch die drei in kurzer Folge erschienenen Publikationen deutlich, daß nicht allein Claude Simon, der als Literaturnobelpreisträger möglicherweise breitere und längere Aufmerksamkeit erfuhr und erfährt, sondern auch weitere Autoren der längst totgesagten Strömung nach wie vor im Fokus der Forschung stehen. In einem je unterschiedlichen Modus bilden Robbe-Grillet, Michel Butor und Nathalie Sarraute das Zentrum einer Publikation, wobei allein die divergierende Ausrichtung der drei Bände zumindest dreierlei zeigt: Zum einen sind die Nouveaux Romanciers für unterschiedliche Adressatenkreise nach wie vor präsent, wenngleich in anderer Weise als zur Hochzeit des Nouveau Roman, in den 50er bis 70er, teilweise auch noch 80er Jahren des 20. Jahrhunderts.
DOI: https://doi.org/10.37307/j.1866-5381.2016.02
Lizenz: ESV-Lizenz
ISSN: 1866-5381
Ausgabe / Jahr: 2 / 2016
Veröffentlicht: 2016-12-13
 

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