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Inhalt der Ausgabe 55/2016

Inhalt/Editorial

Inhalt

Impressum / Editorial

Einführung

Phonetik in der Unterrichtspraxis

Im modernen Fremdsprachenunterricht wird viel Wert auf die mündliche Kommunikation gelegt. Ausspracheabweichungen beeinträchtigen das Verstehen und Verstandenwerden oft stärker als Grammatik- oder Lexikfehler. Dies ist vielen Lehrenden bewusst, oft fehlen ihnen aber passende Ansätze, die Aussprache im Unterricht zu thematisieren, sowie gute Trainingsmethoden. Zudem sind Anforderungen und Lernziele im Bereich der Aussprache in Lehrwerken und -programmen öfters nicht vorhanden oder unklar formuliert.

Hintergrund

Aussprache in ihrer Vielfalt erleben: Lehr- und Lernziele

Es gibt zwar DIE Grammatik, aber nicht DIE Aussprache: Es gibt Standard(aus)sprachen in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz, Umgangssprachen und Dialekte, und innerhalb dieser Kategorien verschiedenste Aussprachevarianten. Das sollte bei der Festlegung zielgruppenspezifischer sowie rezeptiver und produktiver Lehr- und Lernziele berücksichtigt werden.

Gibt es ein phonetisches Minimum?

Bei der Frage nach einem »phonetischen Minimum« geht es um darum, welche phonetischen Inhalte Deutschlernende mindestens beherrschen müssen, um die Sprache zu verstehen und selbst verstanden zu werden, und wie Lehrinhalte und -ziele der Aussprachevermittlung im Unterricht bestimmt werden können. Dieser Artikel zeigt, wie aus theoretischem und praktischem Wissen ein »phonetisches Minimum« zusammengestellt und zum Inhalt des Unterrichts gemacht werden kann.

Fünf Fragen an die Phonetik in DaF-Lehrwerken für Kinder und Jugendliche

Der Beitrag stellt fünf Fragen an sechs ausgewählte aktuelle DaF-Lehrwerke für Kinder und Jugendliche: Werden phonetische Phänomene systematisch behandelt, sind die Übungen adressatengerecht, werden Hilfsmittel wie Wortakzentmarkierungen, Visualisierungen von Regeln und Lautschrift verwendet? Lehrende erhalten bei der Auswahl geeigneter Materialien für die eigene Zielgruppe Orientierung.

Phonetik online

Computergestützte (Online-)Lernprogramme können den unverzichtbaren von der Lehrkraft gestützten Ausspracheunterricht ergänzen, da sie einen zusätzlichen selbstgesteuerten Erwerb ermöglichen. Der Beitrag zeigt Möglichkeiten und Grenzen solcher Programme auf und erläutert am Beispiel von »Phonetik Simsalabim Online«, welche Prinzipien der Ausspracheschulung derartige Materialien derzeit erfüllen könn(t)en.

Praxis

Hosd mi?

Der Dialektatlas der Deutschen Welle stellt die regionalen Spielarten der deutschen Sprache und ihre jeweiligen Besonderheiten in Wortschatz und Aussprache vor. Unterschiedliche Sprachvarianten werden hier auditiv präsentiert, um ein besseres Verständnis regionaler Sprache zu ermöglichen. Hinzu kommen landeskundliche Aspekte wie Traditionen und Mentalitäten in unterschiedlichen Regionen Deutschlands.

Bewegte Phonetik

Im Rahmen des Theatermoduls »Begegnungen« von bilingualen Klassen wurde ein Aussprachetraining für französische Schülerinnen und Schüler entwickelt, die gleichzeitig Deutsch und Englisch lernen. »Bewegte Phonetik« war Teil eines fächerübergreifenden Projekts, angesiedelt im Schnittpunkt zwischen Theater und Sprachenlernen. Der Beitrag zeigt beispielhaft Möglichkeiten der Verbindung von Sprachunterricht, Phonetiktraining und Theater.

Szenisches Spiel

Erstsprachlich geprägte Hör- und Sprechgewohnheiten können bewusst verändert werden, indem ein korrekter Höreindruck vermittelt und artikulatorische Bewegungsabläufe im szenischen Spiel geübt und automatisiert werden. Übungen aus der Sprecherziehung können helfen, die Lippen und die Zunge in ihrer Beweglichkeit zu steigern und den Kiefer zu lockern. Im szenischen Spiel schlüpfen die Lernenden in fremde Rollen. Sie sprechen in einer Als-ob-Situation. Im spielerischen Erleben können in der Distanz der eigenen Person zur Rolle Hemmungen abgebaut werden. Das Handeln in einer Rolle bietet somit eine hilfreiche Form für Sprechübungen. Anhand von (szenischen) Texten werden Vorschläge für Übungsmöglichkeiten im Unterricht vorgestellt.

Phonetische Stimmungsmacher

Poetry-Slam ist ein Veranstaltungsformat für gesprochene Literatur, das vor allem unter jungen Menschen sehr beliebt ist. Während eines Poetry-Slams treten die Akteure sprechend gegeneinander an, indem sie selbstverfasste Texte laut vortragen. Ihr Ziel ist es, das Publikum am Ende für sich zu gewinnen. Dieser Beitrag zeigt, wie man mit Poetry-Slams die Aussprache von jugendlichen Lernenden auf kreative Weise fördern kann.

Visuelle Phonetik: Der Floh im Ohr

Mit der »Visuellen Phonetik« haben Lehrerinnen und Lehrer der Goethe-Institute in Ostasien Phonetikthemen in einer Posterserie ansprechend sichtbar gemacht. Die Broschüre bietet dazu länderspezifisch relevante Informationen zu Abweichungen und Korrekturen – als Werkzeug für die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften in der Region ebenso wie für das praktische Phonetiktraining im Unterricht.

Phonetik und Orthografie

Nicht nur die Aussprache, sondern auch die Laut-Schrift-Zuordnungen und die schriftsprachlichen Konventionen der Erstsprache können beim Erwerb einer weiteren Sprache zu nicht angemessenen Übertragungen führen. Dieser Beitrag soll zeigen, welche Arten von Einflüssen auftreten können, und wie die Förderung auf Laut- und Schriftebene wechselseitig unterstützend genutzt werden kann.

Rubriken

Sprachecke: Die Lautebene der Sprache

Für die Linguistik ist die zweifache Gliederung (die »double articulation«, wie es André Martinet ausgedrückt hat) die Grundlage der Sprache als Zeichensystem. Die Lautebene ist dabei nur das Transportmittel, das selber keine Bedeutung hat. Denn die Bedeutung ist »arbiträr« an die lexikalischen und grammatischen Mittel einer einzelnen Sprache geknüpft.

Fachlexikon

Akzent, Akzentuierung und Betonung werden häufig synonym verwendet. Sie bezeichnen die Hervorhebung von Lauten, Silben oder Wörtern durch die phonetischen Merkmale Lautstärke, Spannung, Dehnung und präzisere Artikulation. Typisch für das Deutsche ist ein starker Kontrast zwischen akzentuierten (betonten) und nichtakzentuierten (unbetonten) Silben, bei denen es in der Regel zu Assimilationen, Reduktionen und Elisionen kommt.

Weiterführende Literatur

Unsere Autorinnen und Autoren

DOI: https://doi.org/10.37307/j.2194-1823.2016.55
Lizenz: ESV-Lizenz
ISSN: 2194-1823
Ausgabe / Jahr: 55 / 2016
Veröffentlicht: 2016-10-24
 

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