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Inhalt der aktuellen Ausgabe 04/2019

Inhalt

Inhaltsverzeichnis / Impressum

Aufsätze

Zwischen Strukturierung, Wissensmanagement und Argumentation im Gespräch – Interaktionale Verwendungsweisen der Modalpartikeln halt und eben im gesprochenen Deutsch

Im vorliegenden Beitrag werden auf der Grundlage authentischer Alltagsinteraktionen die Funktionsspektren der Modalpartikeln eben und halt beschrieben. Es wird dargelegt, dass die Partikeln keinesfalls synonym verwendet werden, sondern distinktive Verwendungen aufweisen. Für halt zeigen sich die drei prominenten Verwendungsweisen i) der Kohärenzherstellung, ii) der Verweis auf gemeinsames Wissen und iii) der Einsatz zur informationsstrukturellen (Beitrags-)Gliederung. Eben wird ebenfalls häufig zur Kohärenzherstellung eingesetzt, und trägt darüber hinaus besonders häufig als strategische Ressource zur rhetorischen Verstärkung einer Argumentation oder Schlussfolgerung bei. Abschließend werden die in der Literatur oft behauptete Ersetzbarkeit von halt durch eben und umgekehrt sowie die häufig zugeschriebene Konnotation von Unabänderlichkeit und Sprecherresignation diskutiert.

Genus bei nominalen Personenbezeichnungen: Deutsch und Italienisch im Vergleich

Nominale Personenbezeichnungen können durch unterschiedliche Bildungsprozesse (z. B. lexikalische Verfahren: Vater, padre; morphologische Verfahren: Studentin, studentessa) entstehen und in der Schriftsprache durch eine Reihe von Schreibvarianten (z. B. Lehrer und Lehrerinnen; professori e professoresse) ausgedrückt werden. Deutsch und Italienisch weisen in Bezug auf die Bildungs- und Schreibmöglichkeiten Differenzen auf (z. B. Fehlen der internen Großschreibung als inklusive Sexusmarkierung im Italienischen). Solche Unterschiede spiegeln die Kontraste der paradigmatischen Dimension des Genus (Maskulinum, Femininum, Neutrum im Deutschen; Maskulinum und Femininum im Italienischen) wider, sind aber auch Reflexe einer unterschiedlichen Handhabung der Kategorien Genus, Sexus und Gender.

Perspektiven der Entwicklung phraseologischer Nachschlagewerke

Die adäquate Wiedergabe der Bedeutungen von Phraseologismen ist eine der anspruchsvollsten Herausforderungen für die zweisprachige Phraseographie. Der als Lemma abgebildete Phraseologismus und die dafür angebotenen Übersetzungsvarianten müssen ähnliche Merkmale aufweisen, und zwar nicht nur semantische, sondern auch pragmatische. Es können bei der Suche nach geeigneten Äquivalenten verschiedene Probleme auftauchen, abhängig vom konkreten Sprachenpaar. Der vorliegende Artikel setzt sich mit der Spezifik russisch-deutscher Phraseographie auseinander. Es wird ein neuer Weg vorgeschlagen, zweisprachige phraseologische Wörterbücher zu konzipieren, und zwar diachronisch, basierend auf einem umfangreichen parallelen Textkorpus. Einige Beispiele aus unserem Projekt werden vorgestellt und erläutert.

Sprache – Macht – Gewalt oder: Wie man die Grenzen des Sagbaren verschiebt

Im öffentlichen Diskurs der Bundesrepublik Deutschland wird vermehrt auch wieder über Sprache diskutiert. Während in den vergangenen Jahrzehnten beispielsweise über den Gebrauch von Fremdwörtern oder über die Orthographiereform gestritten wurde, stehen momentan Themen wie gendergerechter Sprachgebrauch und die Sprache von Rechtspopulisten auf der Agenda. Der folgende Beitrag geht der Frage nach, auf welche Weise es Rechtspopulisten gelingt, die Grenzen des Sagbaren zu verschieben, um auf diese Weise, ihre diskursive Machtposition zu festigen und zu erweitern. Anhand ausgewählter Beispiele wird gezeigt, wie durch wiederholte Tabubrüche und anschließende scheinbare Entschuldigungen ein Kommunikationsmuster etabliert wird, das dazu dient, große öffentliche Aufmerksamkeit zu erhalten und sich gleichzeitig der Zustimmung politisch extrem rechts stehender Kreise zu vergewissern.

Dokumentation

Projekt-Workshop „Sprechtempo und Reduktion im Deutschen“ an der Universität Leipzig vom 13.–14. Juni 2019

Ob ein Mensch langsam oder schnell spricht, ob deutlich oder undeutlich, meinen wir subjektiv zumeist einigermaßen leicht beurteilen zu können. Sprechgeschwindigkeit und phonetische Reduktion empirisch reliabel zu bestimmen, erweist sich jedoch bei genauerer Betrachtung als eine hochkomplexe Aufgabenstellung. Dies findet seinen Niederschlag nicht zuletzt in der Tatsache, dass hierzu zwar bereits umfangreiche problembeschreibende Literatur existiert, aber wohl keine der bislang publizierten Messmethoden für sich in Anspruch nimmt, eine grundlegende Lösung darzustellen.

Sprache in der Gesellschaft

Der Streit der Jahrtausendwende: Wer hatte – aus heutiger Sicht – bei der Rechtschreibdebatte Recht?

 

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