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Inhalt der aktuellen Ausgabe 03/2021

Editorial

Messen, Modellieren, Steuern: Moderne Konzepte zur Minderung der verkehrsbedingten Schadstoffbelastung

Inhalt

Inhalt / Impressum

Fachbeiträge

Erstellen von NO2-Schadstoffkarten von Städten basierend auf mobilen ICAD Messungen

Die räumliche Erfassung der Schadstoffverteilung von Stickstoffdioxid (NO2) in einem Stadtgebiet kann durch die neue mobile ICAD Messtechnik mit begrenzten Kosten und Aufwand realisiert werden. Wiederholte Messungen zu verschiedenen Zeiten erfolgen dabei auf einer festen Route z. B. mit einem Fahrrad, um daraus eine verlässliche mittlere Verteilung sowie einen extrapolierten Jahresmittelwert zu berechnen. Am Beispiel einer Studie in der Stadt Walldorf wird die Möglichkeit dieser Messungen dargestellt.

Wirkungen verkehrlicher Maßnahmen zur Luftreinhaltung – Möglichkeiten und Grenzen der Verkehrsmodellierung

Verkehrliche Maßnahmen können zu einer Reduktion der Immissionsbelastungen beitragen und sind daher häufig Bestandteil von Luftreinhalteplänen. Die Wirkungen vieler solcher Maßnahmen sind mit Verkehrsmodellrechnungen abschätzbar und quantifizierbar. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für weiterführende Emissions- und Immissionsberechnungen. Im ersten Teil des nachfolgenden Beitrags wird dargestellt, welche Maßnahmen in Verkehrsmodellen abbildbar sind und wo die Grenzen der Modelle liegen. Darauf aufbauend wird im zweiten Teil des Beitrags auf die Wirkungen der Maßnahmen eingegangen. Diese wurden im Zuge verschiedener Projekte im Kontext der Luftreinhaltung von den Autoren untersucht.

Bestimmung der Real-Emissionen von Kraftfahrzeugen im Berliner Straßenverkehr

Um für die Fahrzeugflotte auf Berliner Straßen die Real-Emissionen besser beurteilen zu können, wurden erstmals im Herbst 2019 berührungslose Abgasmessungen an Fahrzeugen durchgeführt. Im Fokus standen dabei die Stickoxidemissionen. Für die Messung wurde das System OPUS RSD5000 verwendet. Zusätzlich wurden auch die Kennzeichen der vermessenen Fahrzeuge benutzt, um Fahrzeugkategorie, Antriebsart und Emissionsstandard zu bestimmen. Dieser Beitrag fasst die Ergebnisse für Pkw zusammen. Der Vergleich der NOx-Emissionen mit den Grenzwerten aus der Typzulassung ergab die bekannten Überschreitungen für Dieselfahrzeuge bis Euro 6ab.

Auswirkungen des Frühjahrs-Lockdowns auf die Luftqualität in Deutschland

Besonders die Schadstoffe Stickstoffdioxid (NO2) und Fein staub (PM10) beeinträchtigen die Luftqualität in Städten und Ballungsräumen. Die Maßnahmen im Frühjahr 2020 zur Eindämmung der Corona-Pandemie führten vielerorts zu weniger Verkehr und damit auch zu einem Rückgang verkehrsbedingter Emissionen. Die an verkehrsnahen Messstationen in Städten gemessenen NO2-Konzentrationen sanken im Zeitraum des Lockdowns, ungünstige atmosphärische Ausbreitungsbedingungen haben diesen Rückgang allerdings stark gebremst.

Potenziale zur Emissionsreduktion auf Autobahnen mit Streckenbeeinflussungsanlage

Streckenbeeinflussungsanlagen (SBA) werden auf hochfrequentierten Autobahnabschnitten mit erhöhter Stauanfälligkeit eingesetzt. SBA zeigen dynamisch in Abhängigkeit der Verkehrssituation u. a. Geschwindigkeitsbeschränkungen, Stauwarnungen und Überholverbote an. Die Verkehrsteilnehmenden reagieren auf diese Anzeigen und es entsteht ein beeinflusster Verkehrszustand. SBA tragen zu einer Harmonisierung des Verkehrsflusses und damit zu einer Reduktion der Verkehrsemissionen bei.

Nachrichten & Presse

Bundestag beschließt strengere Vorgaben für Abgase aus Großfeuerungs- und Abfallverbrennungsanlagen

Der Deutsche Bundestag hat schärfere Grenz werte für Quecksilberemissionen und andere Schadstoffe für Großfeuerungsanlagen beschlossen. Betroffen sind industrielle Anlagen wie Kraftwerke, die fossile und biogene Energieträger durch Verbrennung in Energie umwandeln. Zugleich sinken künftig die Grenzwerte für Methanemissionen aus Gasmotoren-Kraftwerken sowie für den Ausstoß von Stickstoffoxid, zum Beispiel aus Kohlekraftwerken.

Strengere Begrenzungen für den Schadstoffausstoß von Industrieanlagen

Das Bundeskabinett hat am 23. Juni 2021 die überarbeitete Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft) beschlossen. Damit werden die Vorgaben für technischen Anlagen verschärft, die immissionsschutzrechtlich genehmigt werden müssen. Zu den rund 50.000 betroffenen Anlagen gehören Abfallbehandlungsanlagen, Fabriken der chemischen Industrie und der Metallerzeugung, Zementwerke sowie große Anlagen der Nahrungsmittelindustrie. Bislang noch nicht geregelte Anlagen werden neu in die TA Luft aufgenommen, beispielsweise Biogasanlagen, Fabriken zur Pelletherstellung sowie Schredderanlagen.

Bundesumweltministerin Schulze fordert Stickstoff-Minderungsziel für 2030

Zu hohe Stickstoffemissionen zählen zu den drängendsten und gleichzeitig wenig beachteten globalen Umweltproblemen. In ihrer heutigen Abschlusserklärung fordert die weltgrößte Stickstoffkonferenz INI daher insbesondere, das Problem systematisch bei der Bekämpfung globaler Probleme wie Klimawandel, Luftverschmutzung und Hungersnöte mitzudenken. Das Bundesumweltministerium arbeitet an einer übergreifenden Stickstoffminderungsstrategie und hat geeignete Methoden für eine sektorenübergreifende Stickstoffminderung entwickelt. Damit ist Deutschland international ein Pionier und kann mit einem ambitionierten Gesamtstickstoffziel vorangehen.

Finale Daten zur Stickstoffdioxid-Belastung 2020: Rückgang setzt sich fort

Die Messdaten für Stickstoffdioxid (NO2) für 2020 liegen für alle Luftmessstationen im Bundesgebiet vor: Der Luftqualitätsgrenzwert von 40 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft (µg/m³) im Jahresmittel wurde in sechs Städten überschritten. 2019 waren noch 25 Städte von Grenzwertüberschreitungen betroffen, 2018 waren es 57. Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA): „Die Luft in den Städten wird sauberer, die Entwicklung geht in die richtige Richtung und das ist erfreulich. Allerdings: Der bereits 1999 beschlossene Grenzwert zum Schutz der Gesundheit hätte seit 2010 eingehalten werden müssen.“

Tierwohl, Natur- und Umweltschutz nicht gegeneinander ausspielen: Deutsche Umwelthilfe kritisiert unzureichende Revision der TA Luft

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert die Revision der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft). Der vorliegende Entwurf greift beim Biotopschutz zu kurz und spielt Tierwohl, Natur- und Umweltschutz gegeneinander aus. Die DUH kritisiert insbesondere, dass Tierhaltungsanlagen, die „qualitätsgesicherte Haltungsverfahren betreiben“, von Maßnahmen zur Minderung von zu viel Stickstoffausstoß (wie zum Beispiel Ammoniak) freigestellt werden können.

Bundesverfassungsgericht stärkt mit seinem Urteil die Rechte junger und künftiger Generationen

Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass das Klimaschutzgesetz die Rechte junger Menschen und künftiger Generationen unzureichend schützt, weil es die gebotenen Klimaschutzverpflichtungen nur bis 2030 festschreibt und für die Folgezeit nur unzureichende Festlegungen trifft. Das Urteil wird auch Auswirkungen auf den Umgang mit anderen langfristigen Umweltrisiken haben.

Folgen des Corona-Lockdowns: Neue Studie versammelt Daten zu Schadstoffen in der Atmosphäre

Eine Folge der Corona-Pandemie sind weltweit Einschränkungen der Mobilität. Das hat Auswirkungen auf die Schadstoffbelastung der Atmosphäre. Forschende in aller Welt nutzen die einmalige Chance für Messungen, sammeln Daten und veröffentlichen Untersuchungen. Ein internationales Team unter Leitung des Jülicher Instituts für Troposphärenforschung stellte jetzt eine umfangreiche Übersichtsstudie der Ergebnisse bis September 2020 vor. Dazu gehört auch eine eigene Website. Dort können weitere Messdaten hinzugefügt werden, um die bisherigen Forschungsergebnisse zu ergänzen und zu verfeinern. Gleichzeitig ermöglicht die Datensammlung wissenschaftlich fundierte Vorhersagen zur Schadstoffbelastung von Mobilitätsszenarien der Zukunft.

Verbesserte Ozonwerte dank geringerer Stickoxid-Emissionen

Im Sommer ist Ozon-Saison: Wenn es sonnig und heiß ist, bildet sich in Bodennähe verstärkt das gesundheitsschädliche Gas. In den vergangenen Jahren stieg der Ozongehalt der Luft in Deutschland bei warmen Temperaturen allerdings weniger stark an als zuvor. Der Hauptgrund dafür liegt laut einer neuen Studie in einem Rückgang der Stickstoffoxid-Emissionen. Positive Entwicklungen sind vor allem im Südwesten Deutschlands zu beobachten, während Berlin hinterherhinkt.

Sauberere Luft in Wohngebieten durch neue Vorschriften für Schornsteine

Das Bundeskabinett hat konkretere Vorgaben für kleine Feuerungsanlagen beschlossen. Neu errichtete Pelletheizungen, Kachelöfen oder Kamine müssen künftig einen Schornstein haben, dessen Austrittsöffnung so weit über das Dach hinausragt, dass Abgase von der natürlichen Luftströmung fortgetragen werden können. So soll die Luftqualität insbesondere in Wohngebieten geschützt werden. Nach den bisherigen Regelungen können sich Luftschadstoffe an windstilleren Orten zwischen Häusern sammeln, wo sie zum Risiko für die menschliche Gesundheit werden. Die Bundesregierung fasst die bisherigen Regeln genauer, um die Luftqualität vor allem in eng besiedelten Gebieten zu verbessern. Der Bundesrat muss der Verordnung (Änderung der 1. BImSchV) noch zustimmen.

Elektronische Nase unterscheidet Minzdüfte

Interdisziplinäre Forschungsgruppe des KIT entwickelt und erprobt künstliche Geruchserfassung durch Sensoren auf Basis neuartiger Materialkombinationen In der Natur locken pflanzliche Duftstoffe beispielsweise Insekten an. Aber auch in der Industrie werden sie genutzt, etwa beim Herstellen von Parfums und Aromen. Um speziell die Duftstoffe der Minze zuverlässig, schnell und objektiv zu unterscheiden, haben Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) in einer interdisziplinären Zusammenarbeit eine elektronische Nase mit einem künstlichen Geruchssinn entwickelt: Mit hoher Präzision kann sie unterschiedliche Minzarten erkennen – damit eignet sie sich für Anwendungen von der pharmazeutischen Qualitätskontrolle bis hin zur Beobachtung von Minzöl als umweltfreundlichem Bioherbizid.

Presseerklärungen der Umweltministerkonferenz

Am 22. und 23. April haben die Umweltministerinnen, -minister, -senatorinnen und -senatoren der Länder und des Bundes eine 29 Punkte umfassende Tagesordnung abgearbeitet. Der diesjährige Vorsitzende der Umweltministerkonferenz, Mecklenburg- Vorpommerns Agrar- und Umweltminister Dr. Till Backhaus, zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf der Tagung, die pandemiebedingt nicht als Präsenzsitzung stattfinden konnte.

Ländereinigung für mehr Windenergie und starken Artenschutz

Umweltministerkonferenz beschließt einheitliche Artenschutzstandards zur Vereinfachung der Genehmigungsverfahren von Windenergieanlagen.

Kommission legt Plan für Null-Schadstoff-Ziel bis 2050 vor

Die Europäische Kommission hat den EU-Aktionsplan für Schadstofffreiheit von Luft, Wasser und Boden bis 2050 verabschiedet. Mit der Strategie werden die nötigen Schritte bis zu diesem Ziel vorgezeichnet. Die Verschmutzung soll bis dahin so gering sein, dass sie für die menschliche Gesundheit und die Ökosysteme keine Gefahr mehr darstellt. Der Aktionsplan bindet alle einschlägigen EU-Politikfelder mit ein. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf digitalen Lösungen. Auch die bestehenden EU-Rechtsvorschriften sollen darauf überprüft werden, wo eine bessere Umsetzung erforderlich ist.

Mit dem neuen Anzeiger zur Luftqualität in europäischen Städten können Sie Langzeitkonzentrationen von Luftschadstoffen an Ihrem Wohnort sehen

Die Luftverschmutzung ist in vielen europäischen Städten ein ernstes Problem und stellt eine reale Gefahr für die Gesundheit dar. Die Europäische Umweltagentur (EUA) hat einen Anzeiger zur Luftqualität in europäischen Städten freigeschaltet. Damit können Sie überprüfen, wie sich die Luftqualität in den letzten zwei Jahren in ihrer Stadt entwickelt hat und sie mit anderen Städten in ganz Europa vergleichen.

EU-Kommission begrüßt EuGH-Urteil zur Luftverschmutzung in Deutschland

Die Europäische Kommission begrüßt das heutige Urteil des Gerichtshofs der EU zur Luftqualität in deutschen Städten und wird eng mit den deutschen Behörden zusammenzuarbeiten, damit die EU-weit gültigen Grenzwerte für Stickstoffdioxid (NO2) umgesetzt werden. Deutschland habe zwischen 2010 und 2016 in 26 Gebieten und Ballungsräumen systematisch und anhaltend gegen die Grenzwerte für Stickstoffdioxid verstoßen, hat der EuGH festgestellt. Zudem sei es seiner Verpflichtung nicht nachgekommen, den Zeitraum der Überschreitung so kurz wie möglich zu halten.

Recht & Normung

Gerichtshof der Europäischen Union

Zudem hat Deutschland gegen seine Verpflichtung verstoßen, rechtzeitig geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um den Zeitraum der Nichteinhaltung in den 26 betroffenen Gebieten so kurz wie möglich zu halten

Luftreinhalteplan für Hamburg ist fortzuschreiben

Der Luftreinhalteplan für Hamburg muss zur Einhaltung des Grenzwerts für Stickstoffdioxid (NO2) erneut fortgeschrieben werden. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden.

Oberverwaltungsgericht Schleswig muss erneut über den Luftreinhalteplan für Kiel entscheiden

Es bedarf weiterer tatsächlicher Feststellungen um zu klären, ob der Luftreinhalteplan für Kiel zur Einhaltung des Grenzwerts für Stickstoffdioxid (NO2) erneut fortgeschrieben werden muss. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden und die Sache deshalb an das Oberverwaltungsgericht Schleswig zurückverwiesen.

Luftreinhalteplan für Ludwigsburg ist fortzuschreiben

Der Luftreinhalteplan für Ludwigsburg muss zur Einhaltung des Grenzwerts für Stickstoffdioxid (NO2) erneut fortgeschrieben werden. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden.

VDI-Richtlinien

Aktuelle Umweltvorschriften (EU, Bund, Länder)

Marktplatz

Aus der Industrie

Veröffentlichungen

Bernhard Linnartz: Normkonkretisierende Irrelevanzschwellen umweltqualitätsrechtlicher Beeinträchtigungsverbote für schadstoffemittierende Anlagen

Jürgen Nagel: Der Immissionsschutz- und Störfallbeauftragte

Termine

LAI

Ausgewählte Veranstaltungstermine

DOI: https://doi.org/10.37307/j.1868-7776.2021.03
Lizenz: ESV-Lizenz
ISSN: 1868-7776
Ausgabe / Jahr: 3 / 2021
Veröffentlicht: 2021-08-26
 

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