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Inhalt der aktuellen Ausgabe 01/2020

Inhalt

Inhaltsverzeichnis / Impressum

Nachruf

Hartmut Steinecke zum Gedenken

Aufsätze

Zum relationalen Verhältnis von Autor und Werk

Es ist unklar, wann ein Text zum Werk, wann ein Schreiber zum Autor wird. Um dieses Problem anzugehen, wird vorgeschlagen, Autor und Werk als Ergebnis relational aufeinander bezogener Praktiken zu denken. In den daraus entstehenden Autor-Werk-Komplex lassen sich dann auch weitere Akteure integrieren. Damit kann der kooperativ-netzwerkartige Charakter von Werken in Produktion und Veröffentlichung sichtbar werden. Die bemerkenswerten Auswirkungen einiger unscheinbarer Veränderungen zwischen den beiden ersten Drucken von Martin Luthers „Sendbrief vom Dolmetschen“ (1530) sollen die Vorzüge einer solchen Perspektive veranschaulichen.

Spielräume des Verstehens, Spielräume der Performanz: Pragmatische Inferenzen in der Kürenberger-Strophe wîp unde vederspil

Exemplarisch bezogen auf die traditionell als typische Männer-Prahlstrophe interpretierte, seit längerem aber auch differenzierter diskutierte Kürenberger-Strophe MF 10,17 werden linguistische und literaturwissenschaftliche Perspektiven auf literarische Texte zusammengeführt. Der ausgewählte Text ist ein sprachliches Gebilde mit bestimmten morphologischen, syntaktischen und semantischen Eigenschaften, die die Identifikation eines breiten, aber auch klar abgegrenzten Spektrums von Verstehensweisen für den Vierzeiler ermöglichen. Auf dieser Grundlage lassen sich mehrere literaturwissenschaftlich valide Lektüren systematisch herleiten. Die Lektürenpluralität literarischer Texte wiederum führt zu einem neuen Blick auf die traditionellen Konzepte der linguistischen Pragmatik und der Textlinguistik.

Der lateinische „Willehalm“-Prolog: Neuedition und -übersetzung, Kommentar und Untersuchungen

Dieser Aufsatz überprüft erstmals die Ergebnisse der bislang maßgeblichen, von Erich Kleinschmidt vorgelegten Arbeit zum lateinischen „Willehalm“-Prolog. Er bietet eine neue kritische Fassung des Textes inklusive einer neuen Übersetzung und eines Kommentars, der die Dichtung lexikalisch, syntaktisch und inhaltlich erklärt und mit ihrer Vorlage vergleicht. Dabei wird größere Vorsicht bei dem Versuch angemahnt, die lateinische Version bei textkritischen und inhaltlichen Problemen des Originals zurate ziehen zu wollen. Die Identität von Schreiber und Autor wird angezweifelt, Kleinschmidts Kritik am Versbau als unbegründet zurückgewiesen.

Zu den zwei in St. Gallen geschriebenen Handschriften von Notker Labeos „De dialectica“. Die Frage der Priorität

Notkers Abhandlung „De dialectica“ ist zweimal in frühen, in St. Gallen geschriebenen Handschriften, Z und S2, überliefert. In der neuen Ausgabe von Notkers kleineren Schriften wurde nahegelegt, dass Z älter sei als S2. Dies hat man kürzlich bestritten und S2 die Priorität zuerkannt. Dieser Beitrag sucht v. a. mittels Textvergleichen zu zeigen, dass der S2-Text eine direkte, wenn auch etwas angepasste Kopie des Textes in Z ist.

Tagungsbericht

Tagungsbericht: „vita perfecta? Formen der Aushandlung divergierender Ansprüche an ein religiöses Leben“, 13.–15. März 2019 in Göttingen

Buchbesprechungen

Jutta Eming – Ralf Schlechtweg-Jahn (Hgg.): Aventiure und Eskapade. Narrative des Abenteuerlichen vom Mittelalter zur Moderne, Göttingen: V & R unipress 2017 (Transatlantische Studien zu Mittelalter und Früher Neuzeit 7)

Zum Erzählen von Abenteuern in verschiedenen Genres und Epochen mangelt es nicht an Einzelstudien, wohl aber an einer „umfassende[n] Theorie des Abenteuerlichen“. Auch der aktuelle Versuch Giorgio Agambens, das Abenteuer als „eigenständige Seinserfahrung“ zu etablieren („Das Abenteuer. Der Freund“, Berlin 2019, S. 35), kann diesen Befund nicht widerlegen. Eine solche Theorie liefern die Herausgeber des vorliegenden Bandes ebenfalls nicht, sie halten es sogar für möglich, dass es sie angesichts „der enormen historischen Bandbreite des Abenteuererzählens und seiner unterschiedlichsten Wertungen“ niemals geben werde. Sie versprechen jedoch, einzelne „Mikroanalysen“ nicht unverbunden nebeneinander stehen lassen zu wollen, sondern „Schritte in Richtung einer fächerübergreifenden Verknüpfung“ der Ansätze zu wagen.

Lisa Pychlau-Ezli: Essen und Trinken im Mittelalter. Der alimentäre Code in der mittelhochdeutschen Epik. Böhlau, Wien, Köln, Weimar 2018 (zugl. Dissertation Universität Frankfurt 2015)

Im Zuge der kultursemiotisch geprägten Analyse mittelalterlicher Literatur sind in den letzten Jahren neben der Kleidung vor allem auch Nahrung und Mahlzeiten hinsichtlich ihrer Fähigkeit, Figuren und Handlungskontexte mit Bedeutung aufzuladen, in den Fokus des Interesses gelangt. In diesen Kontext ordnet sich auch die hier vorzustellende, bei Andreas Kraß entstandene Arbeit ein. Sie ist in vier Teile gegliedert: Einer „Einführung“, in der Fragestellung und Methode erläutert werden, folgen drei jeweils annähernd gleich umfangreiche analytische Abschnitte, welche unterschiedlichen Mahlzeitenkonstellationen gewidmet sind, denen in den Überschriften auch bereits bestimmte Codierungsfunktionen zugeschrieben werden: „Alleine essen – Codierung höfischer Identität”, „Zu zweit essen – Codierung höfischer Intimität“, „Mit vielen essen – Codierung höfischer Sozialität“.

Andrzej Kątny (Hg.): Valenz und Dependenz. Theorie und Praxis. Festschrift für Professor Ulrich Engel zum 90. Geburtstag, Gdańsk: Wydawnictwo Uniwersytetu Gdańskiego 2018 (Studia Germanica Gedanensia 39)

Im November 2018 wurde Prof. Dr. h. c. mult. Ulrich Engel 90 Jahre alt. Um den Jubilar zu ehren, haben sich mehrere Autoren, deutsche und ausländische Sprachwissenschaftler, zusammengetan, um eine Festschrift für ihn vorzubereiten. Die Frucht dieser Zusammenarbeit ist der vorliegende Sammelband, den Prof. Dr. Andrzej Ka¸ tny von der Universität Gdańsk (Danzig), ein enger und langjähriger Freund und Kollege von Ulrich Engel, herausgegeben hat. Die Überreichung der Festschrift an die Tochter des Jubilars, Grit Senfter, fand am 04.12.2018 am Institut für Deutsche Sprache (das sich seit dem Frühjahr 2019 „Leibniz-Institut für Deutsche Sprache“ nennt) statt.
 

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